
Schlafende Riesen!
Ein Schachtag in der Gottfried-Benn Bibliothek in Zehlendorf
Seit ungefähr 2 Jahren gibt es regelmäßig ein kleines Schach-Schnupperangebot in den Räumlichkeiten der Gottfried-Benn Stadtbibliothek in Zehlendorf. Das Interesse ist groß, so dass eine kleine Warteliste entscheidet, wer beim nächsten Mal wieder schnuppern darf. Schon einige Kinder haben darüber Lust an regelmäßigem Schachspiel bekommen und damit den Weg in unseren Verein gefunden. Z.B. ist Svantje mittlerweile in der Trainingsgruppe von Michael Klenburg.
Da kam die Idee auf, an einem Samstag einen gesamten Trainingstag in der Bibliothek anzubieten und betreut von 4 Trainer*innen allen interessierten Kindern ein Angebot machen zu können. An 20-30 Kinder hatten wir gedacht und so sollte der große Schachtag inmitten von verschiebbaren Bücherwänden stattfinden.
Zu guterletzt war noch Kapazität für ein paar mehr Kinder und Batyr sah eine gute Gelegenheit, unsere Warteliste (die mittlerweile auf über 60 Kinder angeschwollen ist) von oben nach unten abzutelefonieren und das Schachevent bis zum letzten Platz aufzufüllen.
So hatten wir am 19.4. genau 20 Kinder und mit Anja, Batyr, Marek und Bernd 4 motivierte Lehrer und ein sehr angenehmes Betreuungsverhältnis und nicht zuletzt waren wir von Jenny und Rebecca als Gastgeberinnen bestens aufgenommen und versorgt.
Nach intensivem Training am Vormittag gab gestärkt durch ein ausgiebiges Mittagsbüfett zum Abschluss ein Turnier, für fast alle war es die erste Wettkampferfahrung und damit die Aufregung zu Beginn groß. Doch mit der ersten Bretterfreigabe verschwand jede Aufregung und eine konzentrierte Stille legte sich über den Turniersaal, die auch auf alle Gäste übergriff. Denn während des ganzen Tages war die Bibliothek ganz normal geöffnet und besucht.
Nach drei Runden bildeten sich klar 2 Favoriten heraus, nämlich die einzigen beiden Spieler, die ihre ersten drei Spiele allesamt gewonnen hatten. So kam es in der vierten und letzten Runde zu einem echten Endspiel um den Gesamtsieg zwischen Matthes und Moritz, das Matthes mit all seiner bereits gesammelten Erfahrung sicher gewann. Trotzdem war Moritz die große „Entdeckung“.
Einerseits, weil er sich ganz souverän in dieses Endspiel gespielt hatte, andererseits weil Batyr ihn tatsächlich in den unendlichen Weiten unserer Warteliste „entdeckt“ hatte, in der er bereits 4 Monate unentdeckt geschlummert hatte.
Wie viele schlafende Riesen dort wohl noch warten geweckt zu werden?
Moritz möchte jedenfalls am nächsten Donnerstag zu uns zum Training kommen und hat bei Marek eine passende Gruppe gefunden.
Und vielleicht wird das Gottfried-Benn-Turnier zum zweiten Zehlendorfer Schach-Klassiker neben dem Harald-Lieb-Gedenkturnier!?
Jedenfalls haben alle Beteiligten Lust, dieses Event zu wiederholen.



















