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Zurück zur alten Größe?

Bernd Helling

Im Wikipedia-Artikel zum SK Zehlendorf steht, dass wir Ende der 80iger Jahre noch rund 150 Mitglieder und acht Mannschaften hatten. Mit dem von Michael (Elo-) Riedel organisierten "Aufstand" kam es zum Bruch mit einem großen Teil der Mitglieder (darunter u. a. Dr. Klimm, Lu Seelentag, Thorsten Rose, Sven Schüle), die dann den heutigen SC Königsjäger Südwest gründeten.

Im Leistungssport war der SKZ zwar immer noch Top, aber die Mitgliederzahl schrumpfte bis 2016 auf nur noch ca. 50 "eiserne" Mitglieder. Zusammen (?) mit Königsjäger machte das im Süden Berlins zwar immer noch 160 Mitglieder. Peinlich für unseren Bundesligaklub, aber die gute Jugendarbeit der Königsjäger hatte Früchte getragen.

Der SKZ dämmerte vor sich hin und man war zufrieden, dass die 1. Mannschaft mit Mannschaftsführer Helmut Flöel in jedem Jahr das Klassenziel (Erhalt der 2. Bundesliga, gepaart mit dem Motto "Nie wieder 1. Bundesliga) erreichte. Ein Tiefpunkt war in der Saison 2008/2009 die 0 : 8-Niederlage gegen die Großmeistertruppe von Neukloster. FM Olaf Teschke (heute Greifswald) schrieb damals in seinem Blog RankZero vom Niedergang des SK Zehlendorf. Inzwischen ist Neukloster allerdings Geschichte. Nun, der gute Olaf hat sich gründlich geirrt, leistete aber in Greifswald gute Arbeit. Als ich 2016 kommisarisch den Vorsitz im Verein übernahm und über die viel zu geringe Mitgliederzahl "meckerte", fragte mich einer der wenigen engagierten Mitglieder: "Warum sollen wir denn mehr werden?"

Hm, ich musste schlucken, denn mir war noch zu gut in Erinnerung als ich zum ersten Mal auf dem Verbandstag war und der SK Zehlendorf, obwohl leistungsmäßig einer der führenden Vereine in Berlin, nur drei Stimmen hatte. Hinzu kam, dass ich es wagte, dort das Wort zu ergreifen und mir daraufhin Karsten Kuschfeldt von den Königsjägern einen Tiefschlag verpasste. Unser RA Christopher Sell meinte, ich solle straf- und zivilrechtlich gegen Karsten vorgehen. Das wäre gut für die Presse gewesen, aber 20 Jahre Wohngemeinschaft - darunter viele Jahre in der berühmt-berüchtigten 8er-WG in der Rankestr. 35 - hatten mich gestählt und ich konnte herzhaft über den Artikel lachen. Karsten hat sich später entschuldigt.

Ich änderte u. a. die Willkommenskultur und es gab auch Versuche, die im "Tiefschlaf" befindlichen Vorstandsmitglieder zu wecken. Das Aufbruchsignal kam dann während der Jahreshauptversammlung 2016, als der Kassierer Bernd Helling (siehe Foto oben) einen mehrjährigen Haushaltsplan vorlegte, der von abenteuerlichen Zuwachsraten ausging. Bernd wurde viel belacht, weil die erfahrenen Mitglieder wussten, wie schwer es ist, neue Mitglieder zu gewinnen.

Inzwischen haben sich die Visionen von Bernd erfüllt; Stand heute haben wir 112 Mitglieder und die Erfolge unserer Mannschaften (2018/2019) können sich auch sehen lassen.

- 3. Platz bei der Deutschen Pokalmannschaftsmeisterschaft unmittelbar hinter Baden Baden
- Klassenerhalt 2. Bundesliga
- alle vier BMM-Aufsteiger hielten die Klasse bzw. die 4. Mannschaft ist noch einmal aufgestiegen
- Raphael Lagunow holte sich nicht nur den IM-Titel, sondern wurde sogar Nationalspieler
- FM D. Malek und FM L. Sawlin erzielten IM-Normen

Ein weiterer Höhepunkt; Der SK Zehlendorf wurde im Jugendbereich "Leistungsstützpunkt des LSB".

Alles in allem - eine Erfogsgeschichte und wir basteln daran, dass es weiter geht.

Wir begrüßen im Juni 2019 unsere neuen Mitglieder:

Erwin Weber, Athanasios Vassiliou und seine beiden Kinder Leander und Leonidas

 

PS: Leider ist auch die 3. Auflage unserer Chronik von Dr. Freerk Bulthaupt vergriffen, sonst könnten unsere Leser noch mehr "Narrenstreiche" im SKZ nachlesen.

 

 

 

Helmut Flöel