Sie sind hier

Unglaubliches Wochenende ...

Der SK Zehlendorf ist bei der Deutschen Pokal-Mannschaftsmeisterschaft im Halbfinale. Schon im letzten Jahr waren wir froh, dass wir durch unseren Sieg gegen den großen Hamburger Sportklub unter die letzten Acht vorgedrungen waren. Dieses Mal gelang es uns, dieses Ergebnis sogar noch zu toppen.

Am Samstag trafen sich um 10 Uhr in Oranienburg die vier Teilnehmer der Zwischenrunde Gruppe 1:

SC Oranienburg, SK Bebenhausen, SF Lieme und SK Zehlendorf. Nur eine Mannschaft konnte sich für das Halbfinale qualifizieren. Sicherlich waren wir der Favorit in dieser Gruppe, aber der SK Bebenhausen und der letztjährige Halbfinalgegner SF Lieme hatten durchaus gute Außenseiterchancen. Pressefotograf Frank Hoppe übernahm die Auslosung und zog gleich den stärksten Gegner, Bebenhausen, für uns. Auch die Farbverteilung (Weiß an 1 und 4) war uns gar nicht recht.  

1. FM Georg Braun (2.290 DWZ) : GM Jakob Meister (2.406 DWZ)
2. FM Rudolf Bräuning (2.267 DWZ) : IM Atila Figura (2.314 DWZ)
3. FM Andreas Carstens (2.127 DWZ) : Helmut Flöel (1.824 DWZ)
4. David Wendler (2.168 DWZ) : FM Daniel Malek (2.330 DWZ)

Bis auf Brett 3 waren wir favorisiert, aber klar auf Gewinn stand nach vier Stunden nur Helmut und Daniel hatte ebenfalls gute Chancen. In Zeitnot verpatzte Helmut seine Stellung und verlor am Ende sogar durch Zeitüberschreitung. Das war eine neue Erfahrung für ihn, denn bisher hatte er nur wenig Verständnis für Zeitüberschreitungen trotz Inkrement. Allerdings war die Stellung inzwischen schwierig geworden, wegen einer Mehrfigurvermutlich immer noch gewonnen. 0 : 1.

Daniel gewann dann souverän, allerdings musste Atila in ein Remis einwilligen. Jetzt hing alles von Brett 1 ab, denn Jakob Meister musste gewinnen, denn sonst wären wir nach einem 2 : 2 gemäß Brettwertung ausgeschieden. Nach 6 1/2 Stunden Spielzeit und rund 140 Zügen hatte Jakob seinen jungen Gegner weich geknetet. 2,5 : 1,5-Sieg für den SK Zehlendorf und damit das Erreichen des Viertelfinales. Der Jubel war groß, Helmut hatte seine Niederlage verschmerzt und es ging wieder zurück nach Berlin.

Die SF Lieme hatten mit 3 : 1 Oranienburg ausgeschaltet, obwohl das Brett 1 von Lieme überraschend verlor.

 

Sonntag, 10 Uhr, Viertelfinale gegen SK Lieme

GM Jakkob Meister musste ersetzt werden, aber mit IM Alexander Lagunow stand planmäßig ein guter Ersatzmann zur Verfügung. Helmut musste wieder mitspielen, was ihm gar nicht schmeckte, denn mangelnde Spielpraxis, jede Menge Jugendarbeit und ausufernde Funktionärstätigkeit haben bei ihm zu einem hohen Erschöpfungsgrad geführt.

Mannschaftsführer Helmut überlegte hin und her, wo er selbst sich einsetzen sollte. Wieder mit Schwarz an Brett 3 oder mit Weiß an 4. Zum Glück entschied er sich dafür, einem seiner Mitspieler die weißen Figuren wegzunehmen. Zur Überraschung aller war dies ein blendender Schachzug, denn der Gegner ließ Brett 4 (warum auch immer) frei. 1 : 0 für uns. Schon nach drei Stunden zeichnete sich ab, dass alle drei restlichen Bretter gut standen, so dass wir am Ende nach weniger als fünf Stunden Spielzeit mit 4 : 0 gewonnen hatten.

Nicht schlecht staunten wir als Frank Hoppe im Analyseraum den als Zuschauer gekommenen Bebenhausener und uns zeigte, wie FM G. Braun am Vortag wenige Züge vor Schluss zwingend eine Remisstellung gegen Jakob erreichen konnte. Wir wären im Achtelfinale ausgeschieden und statt uns hätte Bebenhausen die Chance gehabt, die Liemener auszuschalten.

Glück gehabt und das bedeutet:

1. sind wir im Halbfinale und spielen gegen die anderen Gruppensieger - Baden-Baden, Sfr. Bad
    Emstal/Wolfhagen und Greifswald - um den Deutschlandpokal und

2. sind wir im nächsten Jahr wieder vorberechtigt für die Zwischenrunde und brauchen nicht die
    "Ochsentour" über die Berliner Pokalmeisterschaft zu bestreiten.

Überraschend gelang Greifswald ein 2 : 2 (mit besserer Wertung) gegen Kirchweyhe (mit 4 GM), so dass neben uns ein weiterer "underdog" im Halbfinale vertreten ist. Ein wenig Glück bei der Auslosung und wir sind "vielleicht" im Finale. Baden-Baden und Emstal/Wolfhagen sind vermutlich nicht zu schlagen, aber wer spielt nicht mal gerne gegen deren hochrangigen Weltklassespieler.

So gelang z. B. dem jungen Berliner FM Emil Schmidek (SF Berlin) während der Qualifikationsrunde in Baden-Baden ein Remis gegen den Supergroßmeister Michael Adams. Gratulation.

Noch niemals ist der SK Zehlendorf im Pokal so weit vorgedrungen und wir sind stolz darauf, als einziger Berliner Verein im Halbfinale vertreten zu sein - zugegeben, wir hatten Losglück.

Zur Turnierseite DSB

Zum ausführlichen Bericht mit vielen Bildern

Helmut Flöel