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Spannendes Bundesligawochenende in Zehlendorf

SK Zehlendorf - Schachfreunde 2
Sonderbericht von Joachim Behrmann

Unsere Bundesligamannschaft in Bestbesetzung (Brett 1-9 waren am Start bis auf Leonid Sawlin, der am Wochenende in St. Petersburg war) empfing die Zweitligamannschaften von Schachfreunde Berlin und Glückauf Rüdersdorf - in den Parallelkämpfen versuchte König Tegel den Anschluss an uns zu halten.

Um es gleich zu sagen: Einfache Siege waren das nicht! Bis zur fünften Stunde schienen in beiden Kämpfen noch alle drei Mannschaftsresultate möglich und als der Altvorsitzende Dr. Bulthaupt am Samstag nach 19:00 Uhr in

der sechsten Spielstunde das Spiellokal verließ, glaubte er noch an bestenfalls ein 4 : 4 gegen Rüdersdorf.
 
Unser Jungstar Raphael Lagunow hatte am zweiten Brett ein rabenschwarzes Wochenende und die polnische Legionärstruppe aus Rüdersdorf 1:0 in Führung gehen lassen - Vater Alexander Lagunow aber glich die Bilanz mit sauberem Druckspiel sicher und souverän aus. Die Wende kam, als in der Verlängerung Kamil Stachowiak am vierten Brett seine schwierige Partie noch gewann und Daniel Maleks zähe Verteidigung mit Qualität gegen drei Bauern doch noch hielt - da war es plötzlich ein schmeichelhaftes 5 : 3 für Zehlendorf.

Beim Parallelkampf leistete sich der Elo-Favorit der Liga, König Tegel, ein 4 : 4 gegen Schachfreunde Berlin II.

Am Sonntag war das Bild zunächst ähnlich: Raphaels Stellung war einfach zu "locker gefügt", aber Vater Alexander glich mit einem nie fraglichen Sieg aus. Alles andere war aber völlig unklar: Kamil vergaß zu rochieren und verlor dann auch rasch, Jakob war mit Mehrbauern in eine Schraubzwinge geraten und konnte sich kaum bewegen, bei Piotr Brodowski brannte mal wieder das Brett - immerhin kennen wir das schon bei ihm und waren erstmal nicht besonders beunruhigt ... viel Spannung und Aufregung für die zahlreichen Kiebitze, zu denen sich inzwischen auch Michael "Elo"-Riedel und der ehemalige Große Vorsitzende Dr. Jochen Schneider gesellt hatten.

Zunächst bewies Michail Demidov am ersten Brett seine große Klasse, indem er den starken IM Arnd Lauber nach einem positionellen Bauernopfer so anhaltend und ideenreich unter Druck setzte, dass dieser schließlich seine Dame verlor - guter Mann! - hat einwandfrei Erstligaformat. Als dann noch unser frisch verheirateter IM Michal Luch gegen GM Rainer Polzin durch Zeit gewann, war schon alles entschieden: Piotr gewann seine undurchschaubare Stellung sogar noch und nur Daniel musste sich widerstrebend ins Remis im Turmendspiel fügen.

Der shooting-star von Zehlendorf aber war und ist unser Jakob Meister, der aus seiner gedrückten Stellung den Gegner kurz vor der Zeitkontrolle noch klassisch auskonterte und damit 4 aus 4 in dieser Saison gepunktet hat - Gratulation und danke an den alten Haudegen!

5,5:2,5 gegen Schachfreunde II  war gegen den Zwischenstand nach etwa drei Stunden ein höchst schmeichelhaftes Ergebnis, aber es wurde eben wieder an allen Brettern bis zum letzten Zug voll durchgekämpft und für die mitfiebernden Kiebitze einfach alles geboten.

Im Parallelkampf Tegel gegen Rüdersdorf waren hingegen nach drei Stunden schon vier Partien friedlich beendet worden - Tegel gewann mit den verbliebenen Brettern gerade noch standesgemäß 4,5:3,5 und liegt nun einen Mannschaftspunkt und vier Brettpunkte hinter unserer Ersten in der Ligatabelle.

Insgesamt waren an diesem Wochenende nach meiner Zählung acht Großmeister, vierzehn Internationale Meister und zehn FIDE-Meister am Start gewesen - vielen Dank an Helmut, der die Betreuung und Versorgung mal wieder selbst geschultert hat und an alle Helfer (Atila, Thomas, Dennis, Mikhail) beim Aufbauen und Aufräumen.

Weiter so, Jungs!

j.behrmann

 
 
Helmut Flöel