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Sonderbericht von Mannschaftsführer Ingmar Kamari

So langsam bekommen die Berichte von Ingmar zu seiner 4. Mannschaft "Kultstatus" - ich glaube fast, dass er dieses Team "Dreamteam" nennen möchte (aber der Name ist schon vergeben!).

Hier der Bericht:

 

Liebes (erweitertes) Team,

man denkt nichts Böses, da kommen ungeahnte Urlaubsreisen (wohlmöglich auf die Seychellen;), vergessene Geburtstage (des besten Freundes) und gierige Headhunter (Habib wollte unbedingt seinen eigenen Chauffeur haben), die nur das Ziel hatten, mich zu äußersten Mitteln greifen zu lassen: HELMUT, FLORENT und LEANDER.

Mit dieser „ersatzgeschwächten“ Mannschaft sollte es nun doch möglich sein, den Spandauern etwas entgegenzustellen. Nachdem sich unser geschätzter Vorsitzender Helmut samt Habib vorab fast in unserem Ausweichspiellokal eingeschlossen hatten und somit die nötigen Spielvorbereitungen etwas in Verzug geraten waren, konnten wir mit leichter Verspätung die Bretter freigeben.

Ich war nun doch guten Mutes, da der liebe Matthias an Brett eins saß, gefolgt vom starken Maxime, unserem NEUEN Bernd, meiner Wenigkeit, der allseits bekannten Geheimwaffe Jannis und besagten Hilfen aus der spielfreien 5ten Mannschaft: Helmut, Florent und Leander.

Alles startete normal, doch halt(!), was war da an Brett Nummer 5 los? Keine fünf Minuten gespielt und schon einiges Material NEBEN dem Brett!? Jannis hatte sich wohl vom Tempo des Gegners anstecken lassen und Hände wie Figuren flogen über den karierten Belag – 45 Minuten (40 Züge) später war Jannis Sieger. Bitte erinnere mich einer, dass ich Jannis erst nachdem ich ihn zu seiner wiederholt guten Leistung beglückwünsche, erwürge … nein, nein, schön langsam (1 : 0).

Während alle anderen ganz gut aus der Eröffnung kamen und sich im Mittespiel übten, bekam Maxime ein Remis-Angebot, dass er ruhig hätte annehmen können, aber eigentlich gar nicht wollte. Nur noch Bauern auf dem Feld aber ein zentraler König nach sehr ruhigem und solidem Spiel. Drei Züge später stand es 2 : 0, wow!!!

Kurz darauf fand Helmut eine wirklich schöne Kombination und massierte seine Figuren zum Matt. Es war so ästhetisch, dass es ihm richtig Spaß zu machen schien, was mich für ihn freut
(3 : 0).

Blieben noch Matthias (unklar), ich (unklar), Florent (unklar) und Leander (einen Bauern zurück) ... hmm.
Ich hatte zwar eindeutig die Initiative (Fritz nennt das: „Weiß droht Materialgewinn“), aber keine wirklich gute Idee. Zwar „verschlechterte sich die schwarze Königssicherheit“, mehr aber auch nicht. Doch dann ergab sich mit einem Turmopfer eine phänomenale Chance und ich zog … und spielte mich beinahe um Kopf und Kragen („Das Blatt wendet sich“). Wer wissen möchte, ob und warum es auch Glück im Schach gibt, fragt bitte unseren Experten Helmut (4 : 0).

Und da hörte ich von Leanders Tisch: „… tja, das war mein Fehler …“ – Leander hatte nun Oberwasser und eine ganze sagenhafte Figur mehr; ich traute meinen Augen nicht, da zwischen den beiden Spielern 400 DWZ-Punkte lagen. Einige Züge später schlug Florent auf d4 (oder so), ohne dass ein Haken erkennbar war und das bis dahin geschlossene Spiel kam gewaltig ins Rollen. Ich schielte rüber zu Bernd und sah, wie es auf Messers Schneide stand: Springergabeln, hängende Doppelbauern, Gegenfesselungen – es war alles dabei und noch mehr (wir konnten nicht mehr alles rekonstruieren).
Leander kam, sah und remisierte. Ich finde es super, dass er den Bogen nicht überspannte und seine Fähigkeiten gut einschätzte. Der Gewinnweg trotz überlegenem Material wäre recht hart geworden. Gratulation zu dieser guten Leistung und dem vorzeitigen Mannschaftssieg (4 ½ : ½)!

Eilmeldung Brett 3: Während die Luft brannte und gleichzeitig Raum und Zeit erstarrten, trat der NEUE BERND (man hört Engelschöre im Hintergrund jubilieren) aus dem Schatten und siegte (5 ½  : ½).
Matthias ereilte ein kurzer aber folgenschwerer Griff, der ihn die Qualität und die Partie kostete – willkommen beim Schach (5 ½ : 1 ½).

Kurz vor Rundenende entschied sich auch die Partie am 7ten Brett mit einem gefallenen Blättchen. Florent hatte sich zwei so schöne zentrale Freibauern erkämpft und die Partie fest im Griff – und dann das … 6 ½ : 1 ½ Endstand!
 
FAZIT:
Et voilà – schon wieder ein überzeugender Sieg – ich kann es noch gar nicht fassen.
Vor allem die Jugend hat uns überzeugt und wertvolle Punkte beschert. Es zeigt sich, was für „Performance-Künstler“ bei uns in Zehlendorf heranreifen – ein Blick auf die Statistik spricht Bände.

Wenn alles so weiter läuft wie geplant, werden wir bald die Weltherrschaft an uns reißen.

Liebe Grüße

IngmarA

Helmut Flöel