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Sonderbericht von Dr. Hans Schubert ...

Raphael  rettet den Sieg!

In der dritten Runde der 2. Bundesliga  war am Sonntag der HSK 2  unser Gast. Obwohl wir kurzfristig auf  Großmeister  Jakob Meister verzichten mussten, durften wir optimistisch sein, denn bei den letzten drei Begegnungen hatten wir  die Nase vorn,  meist allerdings nur knapp. Nach Elodurchschnitt hatten wir allerdings kein nennenswertes Übergewicht. So wurde es denn auch am Ende wieder spannend . Aber der Reihe nach:

Die ersten Brettpunkte holten unsere Senioren:  Dr. Heinig  ( Brett 7) trennte sich nach drei Stunden friedlich, nachdem es seinem Gegner mit Weiß nicht gelang, den soliden schwarzen Igel zu knacken. Nur Minuten später überschritt der junge und sympathische Mannschaftsleiter des HSK  an Brett 8 gegen Altmeister Rahls die Zeit . Dann gewann Michal Luch aus unserem starken polnischen Mittelfeld recht souverän und gewohnt zuverlässig  an Brett 6 und kurz darauf kam es ungewöhnlicherweise zu einer zweiten Zeitüberschreitung an Brett 1, an dem Daniel Malek allerdings – aus meiner Sicht – ohnehin auf Gewinn stand. Zwischenstand gegen 14:30 Uhr: 3,5 zu 0,5.  Nachdem Kamil bald darauf an Brett 3 remisierte, glaubte ich mich beim Stand von 4:1 entspannt Habibs Brötchen widmen zu können.

Bei genauerem Hinsehen und besserem Schachverständnis hätte mir allerdings auffallen sollen, dass die letzten drei Parteien für uns eher kritisch standen.  Bei Piotr Brodowski ging es wild her, seinem Damengewinn hatte der Gegner (mit Turm und Leichtfigur) starken Angriff entgegenzusetzen. Obwohl Piotr mit seiner Dame noch einige Unruhe in den gegnerischen Reihen verursachte, mußte er letztlich die Segel streichen. Jetzt hing es an Vater und Sohn Lagunow.  Vater L. hatte mit Weiß ein risiko-, aber auch aussichtsreiches Turmopfer gebracht. Gegen Ende der Partie war das Materialverhältnis mit einer Mehrfigur für Schwarz gegen drei Bauern etwa ausgeglichen, aber die Damen waren bei vor allem weißer  unsicherer Königstellung noch auf dem Brett, was unserem Meister zum Verhängnis wurde. 

Es stand auf einmal nur noch 4 : 3 und die letzte laufende  Partie von Raphael an Brett 2  mußte über Sieg oder Remis entscheiden. Bei  noch ziemlich vollem Brett hielt ich die Stellung für ausgeglichen oder doch für Weiß haltbar. Experte IM Pana Cladouras sah Schwarz im Vorteil, änderte seine Einschätzung dann aber bald, so dass ich jetzt fest an ein Remis glaubte. Am Ende kam es noch besser, da der Gegner auf Gewinn spielen mußte und wohl überzog. Als ich wieder an das Brett kam, hatte sich sein Turm verlaufen, saß im Käfig und konnte verspeist werden.

Ein schöner Erfolg vor allem für unseren Jungmeister, der uns mit Kiel an der Tabellenspitze hält. Mit Bremen wartet allerdings der nächste Brocken.

Hans Schubert

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PS: Unterhalb der Tabelle werden die Partien im pgn-Format aktualisiert zum Download angeboten.

Helmut Flöel