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Sonderbericht: Christopher Sell, 3. Mannschaft

Hallo Helmut,
 
folgenden Bericht kannst Du auf die Internetseite stellen - wenn er der Chinesischen Zensurbehörde nicht zum Opfer fällt (bitte mit den Fotos - haben wir extra gemacht):
 

Zehlendorf III siegt im Berliner Nordosten – Bericht von Christopher Sell

 

Diesen Sonntag nahmen acht tapfere Zehlendorfer die Fahrt über die Dörfer auf sich und durchquerten einmal ganz Berlin. Es stand das Auswärtsspiel bei den Schachfreunden Nord-Ost an. Die Vorbereitung auf den Mannschaftskampf lief anders als gewohnt, denn es trat etwas sehr seltenes ein: Mannschaftsleiter Habib gönnte sich zusammen mit Erhard Gnaß eine (wohlverdiente) Pause und übertrug mir die Mannschaftsleitung. Motiviert durch den Sieg meines schachlichen Vorbilds Kramnik beim Kandidatenturnier wollte ich als Interimsmannschaftsleiter keine Niederlage verantworten und hoffte auf einen Sieg.

 

Wir traten nahezu in Bestbesetzung an. Lediglich Alois fehlte. Dafür konnte Bully aus der 4. Mannschaft angefordert werden (Vielen Dank Ingmar!). Nord-Ost trat mit der erwarteten Mannschaft an, so dass beide Teams etwa gleichwertig waren, denn es gab an keinem Brett nennenswerte DWZ-Unterschiede.

 

Das sehr schöne Spiellokal von Nord-Ost wurde von allen Spielern pünktlich angesteuert. Wie Raimund das geschafft hat, bleibt ein Rätsel. Der Mannschaftskampf begann pünktlich und nach einer halben Stunde führten wir 1:0. Temis Gegner war nicht erschienen. Bei weiteren Rundgängen an den Brettern bot sich nach anderthalb Stunden allerdings kein positives Bild. Lediglich Miguel stand gegen seinen jugendlichen Gegner besser, alle anderen Stellungen waren aus meiner Sicht unklar oder sogar leicht schlechter. Allerdings konnten wir das schon mehrfach in dieser Saison beobachten, dass drei Stunden lang der Mannschaftskampf „auf der Kippe steht“ und dann in der vierten und fünften Stunde die Siege eingefahren werden. Miguel schaffte jedenfalls frühzeitig einen Sieg, so dass wir 2:0 führten. Thomas verlor seine Partie – 2:1. Raimund gelang es zwischenzeitlich, seine etwas schlechtere Stellung in eine gewonnene Endspielstellung umzuwandeln. Sein Gegner verteidigte sich zäh, aber es half nicht. Der volle Punkt ging an unseren Routinier – 3:1. Somit fehlten uns 1,5 Zähler zum Sieg.

 

Die Partien von Holger, Bully, Arne und mir waren schwer einzuschätzen. Bullys Gegner hatte eine Figur geopfert und stand zwischenzeitlich auf Gewinn. Glücklicherweise übersah Bullys Gegner ein einzügiges Matt – 4:1. Das war die Vorentscheidung. Die Gegner von Holger und mir hatten zuvor Remisangebote abgelehnt und spielten verbissen auf Sieg. Holger gelang es jedoch ein Remis zu erzwingen, da er in ein Bauernendspiel mit Mehrbauern abwickelte. Der Gegner bot Remis und Holger nahm bei schlechterer Zeit an – 4,5:1,5. Ich hatte mich zunächst gefreut, den König meines Gegners in einem Turmendspiel gefangen zu haben. Leider resultierten hieraus Pattmotive, die dem Gegner ein Remis ermöglichten 5,0:2,0. Arnes Stellung besserte sich nicht. Der Mannschaftskampf war entschieden und „außerdem schien die Sonne“ (O-Ton des gegnerischen Mannschaftsleiters) – Arne und sein Gegner einigten sich auf Remis - 5,5:2,5.

 

Ein dreamteamwürdiges Ergebnis wie ich finde. Mal schauen, was unser erster Vorsitzende Helmut zu dieser Leistung sagt.

 

Wir bedankten uns bei unseren Gastgebern für die Ausrichtung des Mannschaftskampfes und machten uns tatsächlich bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg in den Berliner Südwesten. Ich konnte das Ergebnis telefonisch Habib durchgeben und er gratulierte zur tollen Mannschaftsleistung. Ein schöner Auswärtssieg, durch den wir in der letzten Runde sogar noch Aufstiegschancen haben.

 

PS: Was soll ich dazu sagen: "Natürlich habe ich mich gefreut über den hohen Sieg!" Gerade mit dieser Mannschaft habe ich mich sehr beschäftigt, weil es lange gedauert hat, die beiden Bosse, Habib und Christopher, zu überzeugen, dass das Team stark ist. Wer ist Alois, wer ist Arne, wurde permanent gefragt, bevor es mir gelang, dass die beiden in der Mannschaft akzeptiert wurden. Zwei Startniederlagen waren die Folge, dann wurde das Prinzip verstanden und jetzt träumt das Team sogar vom Aufstieg. Weiter so!

Helmut Flöel