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SK Zehlendorf 2 setzt die Aufholjagd fort ...

Sonderbericht von IM Atila Figura

 

Wenn wir unser Ziel mit dem Aufstieg noch realisieren wollen, brauchen wir neben Schützenhilfe jetzt eine Siegesserie. Umso mehr wollten wir daher Akzente im Kampf gegen SC Kreuzberg setzen.

Allerdings war der Start mit einem Figureneinsteller von Son im 6. Zug weniger geglückt. Umso mehr suchten wir in den sämtlichen weiteren Brettern den Kampf und entsprechend fiel die Wahl auf altertümliche Gambits, bis hin zu seltenen Varianten im Sizilianer, um so Theorieduelle zu meiden, das Potential auf Ungleichgewichte zu vergrößern.

Die Niederlage von Son war letztlich trotz noch erheblich entstandener Verwicklungen und hohem Kampfgeist nicht zu vermeiden.  Bei Matthias kam nach einer kreativer Variantenwahl seines Gegners eine Stellung heraus, wo er ständig darauf aufpassen musste, dass der gegnerische Freibauer nicht gefährlich wird. Umso erleichterter war ich, als diese Partie remis endete. 0,5:1,5

Während dessen hatte Wolf-Dietrich in der Eröffnungsphase keck den gegnerischen Isolani erobert bzw. jener Bauer wurde geopfert, sodass er sich umsichtig zu verteidigen hatte. Dies gelang hervorragend, sodass unser Mann nach dem 40. Zug bei Türmen mit ungleichfarbigen Läufern einen soliden Mehrbauern besaß. Aufgrund der Vielzahl an gegnerischen Schwächen dauerte die Partie nicht mehr allzu lang. 1,5:1,5

In der Partie Jürgen gegen Jürgen kam es zu einem komplizierten, strategischen Kampf. Mit dieser Anlage verschob Brusti die wichtigen Entscheidungen auf die Phase um den 30. Zug. Da Fedi als Zeitnotgeplagt bekannt ist, fehlte ihm in diesen Augenblicken die Zeit, sodass unser Jürgen um den 40. Zug herum einen weiteren Sieg sicherstellte. Allerdings hatte ich erst etwas später bemerkt, dass diese Partie für uns gewonnen wurde, weshalb ich zunächst wegen des plötzlichen Endes irritiert war.

Zu dieser Zeit mit dem Stand von 2,5:1,5 liefen noch die Partien von Peter, Markus, Thomas und meine. Da Markus bei der Verwertung seines Mehrbauern Ungenauigkeiten zuließ und mehr und mehr vom gegnerischen Läuferpaar bedroht wurde, war ein Sieg gewiss nicht garantiert. Vielmehr drohten bei kleinen Fehlern, dass alle drei Ergebnisse möglich gewesen wären. Thomas hingegen hatte vor der beiderseitigen Zeitnotphase eine Gewinnstellung erarbeitet, konnte jedoch nicht den Gewinn finden und hatte nach einem Blackout ein schwieriges ggf. verlorenes Endspiel. Peter hingegen verwaltete wie Markus einen Mehrbauern, allerdings hätte unter gewissen Umständen der im Endspiel Turm + Springer gegen Turm + Läufer der gegnerische Läufer trotz des Minusbauern noch zu einem Riesen entwickeln können. Letztlich hatte ich in der Zeitnotphase bzw. zwischen dem 38. und 40. Zug den Großteil meines Vorteils mit dem Verlust zweier Tempi fast vollkommen verschenkt bzw. eventuell war die Stellung dadurch ausgeglichen gewesen. In dieser Phase im 41. Zug erreichte mich ein Remisangebot meines Gegners. Da mir der Sieg von Brusti nicht bewusst war und ich mir wegen der eben beschriebenen Umstände nicht sicher sein konnte, dass die Partien sämtlichst positiv ausgehen, habe ich kurzerhand abgelehnt – was auch im Sinne meiner Ansage war, dass ich die restlichen Partien in dieser Saison auskämpfen werde.

Kurze Zeit später bot der Gegner von Thomas überraschend ein Remis, was sofort angenommen wurde. Weiterhin konnte Peter die Leichtfiguren abtauschen und damit das mögliche Verlustrisiko auf 0 reduzieren, vielmehr sah es mit jedem Zug nach einer technischen Gewinnstellung aus. Hingegen war Markus in der Zwischenzeit ebenfalls soweit, dass er mit einem Remis am Ende zufrieden war. In diesem Moment begriff ich auch, dass Brusti gewann und fragte mich, ob ich nicht hätte das Remis doch annehmen sollen. Stand war danach 3,5:2,5.

Letztlich übersah mein Gegner eine strategische Idee von mir, durch die ich entweder Aktivität oder einen Freibauern bekam. Er entschied sich mir einen Freibauern zu geben und zugleich ins Springer (für mein Gegner) gegen Läufer (für mich) Endspiel überzugehen, was jedoch vollkommen hoffnungslos für ihn war. Da sich Peter inzwischen einen zweiten Mehrbauern seinen eigenen nennen durfte, wurden letztlich beide Partien gewonnen, sodass letztlich das Endergebnis von 5,5 : 2,5 zustande kam.

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Helmut Flöel