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Planet Zehlendorf

Es wurde gemutmaßt, dass sich unser Verein in einem Funkloch befände. Dies ist natürlich nicht der Fall. Gerade während des Toskanaurlaubes unseres ersten Vorsitzenden Helmut, der scheinbar immer länger andauert, muss der restliche Vorstand den Betrieb am Laufen halten. Da sich mit Helmut auch die Zensurbehörde im Urlaub befindet, wird im Folgenden ungeschönt über die Ereignisse und Betätigungen der letzten Wochen berichtet:

 

Verbandstag am 30.04.2018

Eingebettet in das Superbundesligawochenende im Maritim-Hotel (bei dem sich ja kein Deutscher Meister ermitteln ließ!) fand am Montag, den 30.04.2018, der diesjährige Verbandstag des Berliner Schachverbandes statt. Unser Verein wurde von Emanuel und mir aus dem Vorstand vertreten. Zudem erhielten wir Verstärkung vom „Ehrendelegierten“ Markus. Der Verbandstag war gut besucht und fand in einer angenehmen Atmosphäre statt. Sogar der Präsident des Deutschen Schachbundes, Ullrich Krause, stattete unserem Verband einen Besuch ab. Der langjährige Schatzmeister des Verbandes, Werner Koch, wurde mit viel Applaus in den Ruhestand verabschiedet. Es konnte – dank erheblicher BMM-Strafgelder - ein ausgeglichener Haushalt präsentiert werden. Das Präsidium wurde neu gewählt, blieb aber bis auf wenige Positionen unverändert. Auch weiterhin wird unser Verband von seinem Präsidenten Carsten Schmidt vertreten. Die einzige größere Diskussion entstand bei den Anträgen. Insbesondere der Antrag, die Einteilung der BMM-Gruppen auch oberhalb der 4. Klasse nach regionalen Gesichtspunkten vorzunehmen, wurde lebhaft diskutiert. Verbindliche Beschlüsse wurden letztlich aber nicht gefasst. Der Verbandstag wurde dann recht früh beendet.

 

Habibs Beisetzung am 08.05.2018

Am Dienstag, den 08.05.2018, wurde unser Habib beigesetzt. Gewiss ein trauriger Anlass, den einige Zehlendorfer und Ex-Zehlendorfer zum Anlass nahmen, sich von Habib zu verabschieden. Bei schönstem Wetter fand zunächst die Zeremonie in der Kapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs II statt. Eine Rednerin gab einen Überblick über Habibs Leben, wobei sich dem ein oder anderen Zehlendorfer ungekannten Seiten von Habib offenbarten. Es wurden drei Lieder gespielt (von persischem Elektropop bis Vicky Leandros) und auch der Nachruf unseres Schachclubs verlesen. Nach der Zeremonie und der Beisetzung der Urne begaben sich die ca. 50 Gäste in die direkt neben dem Friedhof gelegene Kneipe „Zum Grenz-Eck“. Habib hätte das gewiss gefreut, liebte er doch Kneipenbesuche (allerdings bei den „Stresemann-Stübchen“) über alles. Bei Brötchen und selbst gemachter Gulaschsuppe (!) erzählte sich die illustre Schachrunde zahlreiche Anekdoten, bei denen Habib im Mittelpunkt stand. Vom Eisbären Knut und dessen Beerdigung bis zu seiner Verehrung von Bobby Fischer und Paul Morphy war alles dabei. Auch der ein oder andere Schnaps wurde auf Habib getrunken. Es wird wohl lange dauern, sich an einen SK Zehlendorf ohne Habib zu gewöhnen.

 

Materialsichtung am 14.05.2018

Den Schachspieler und sein Material verbindet eine Hassbeziehung. Wo der Tennisspieler seinen Schläger als verlängerten Arm betrachtet und der Schwimmer Stunden und Tage in seiner Lieblingsbadehose verbringt, scheint der Schachspieler doch recht lieblos mit seinem Werkzeug – sprich mit den Figuren – umzugehen. Vor unserem Open fand daher unter Federführung unseres Materialwarts Ingmar zusammen mit Emanuel, Markus und dem Berichtserstatter eine Sichtung statt. Zunächst konnte unser Neuerwerb von 16 DGT Uhren bestaunt werden, die Helmut in weiser Voraussicht seines Urlaubs natürlich zu sich nach Hause hatte liefern lassen, ohne anwesend zu sein. Weitere Einzelheiten, wie die Uhren in unseren Club gelangten, bleiben dem Leser erspart. Wir haben nun 35 digitale Uhren. Der SK Zehlendorf ist damit im 21. Jahrhundert angekommen. Bleibt die Figurenproblematik. Es muss mindestens einen Schachspieler in unserem Verein geben, der aus Wut (oder aus Lust) den Kragen des Läufers abbricht oder gar abbeißt. Solche Figuren schafften es nicht durch die Qualitätskontrolle von Ingmar. Leider mussten wir feststellen, dass uns insgesamt ein dutzend Figurensätze samt grüner Tasche fehlen. Hiermit erfolgt ein offizieller Suchaufruf für diese Figurensätze. Oder pflegt Helmut mit einem dutzend Figurensätze in den Urlaub zu reisen, um in der Toskana eine Unterabteilung des SKZ zu gründen? Wir werden sehen. Der Fall bleibt mysteriös…

 

Christopher Sell

 

 

Bernd Helling