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Nicht verloren und doch verloren ....

Zwischen Matthias an Brett 1 und Bernd an Brett 5 klafft eine kleine Lücke

 

Ingmars Bericht zur 4. Mannschaft:

 

die gute Nachricht zu Beginn: unsere Mannschaft konnte in und gegen Fredersdorf antreten und zwar in der Mindestbesetzung von vier Spielern! Ja, es war ein wenig wie verhext, hatte es sich doch schon vor Wochen angekündigt, dass wir nicht genug spielbereite Spieler haben: Arbeit, Krankheit und vor allem Sonstiges - und dann verpasste noch der Jüngste den Zug … habe ich als Mannschaftsleiter versagt (?) – muss wohl so sein!

Wie glücklich wir (Jannis, Bernd und ich) waren, als wir am Bahnhof Fredersdorf Matthias trafen und den Weg nicht umsonst gemacht hatten.

Guter Dinge betraten wir das vier Sterne Hotel Flora in der Florastraße und los gings.

Nach einer halben Stunde stand es 4:0 für Fredersdorf und jedem war klar, dass nur vier Siege zum Mannschaftspunkt führen konnten.

Da ich zwischen Jannis und Bernd saß, hatte ich nicht nur meine Partie gut im Blick und wurde Zeuge, wie zu meiner Rechten Bernd, gewohnt ruhig und überlegt, sich einen Bauern Vorsprung erspielte. Auch Jannis, zu meiner Linken, gelang ein vorteilhafter Start und ein vielversprechendes Mittelspiel mit der Qualle mehr sollte seinem Gegner noch berechtigte Sorgen bereiten.

Ich selber kam ausnahmsweise gut aus der Eröffnung - hatte meinen Gegner wohl auf dem falschen Fuß erwischt, jedenfalls hatte ich mit schwarz eine angenehme Stellung und genoss den Raumvorteil.

Matthias, weit abgeschlagen, vorne an Brett eins, spielte druckvoll, für mein Verständnis allerdings mit kleinem Vorteil – aber gut Ding will Weile haben.

Doch dann raunte mir Bernd etwas von „Remis“ ins Ohr! Ich schüttelte reflexartig den Kopf (4:0, Matthias=besser, Bernd=Mehrbauer, ich=besser, Jannis=Qualle besser) … ähm, doch der NEUE Bernd sah das anders und schüttelte seiner Gegnerin die Hand (4 ½ : ½).

Prompt bot mir mein Gegner das Remis. Ich tauchte ab und haderte mit meinem Schicksal.

5 Minuten später war ich mir immer noch nicht schlüssig: klar hatte die Mannschaft schon das Nachsehen, wie hoch lag die persönliche Latte?

5 Minuten später hatte ich herausgefunden, dass ich nach allem nur noch meinen Springer verbessern konnte, hmmm. Jannis spielte phänomenal, Matthias war für meine Augen lediglich aktiver.

5 Minuten später waberte das Remisangebot jetzt schon eine Viertelstunde im Raum und ich war in gefühlter Zeitlupe mit meinen Berechnungen auf dem Königsflügel angelangt, der, weil durch die lange Rochade meines Gegners, scheinbar verwaist und blockiert war. Jannis und Matthias blieben meine beneidenswerten Vorbilder.

5 Minuten vergingen mit nun zweifelhaften Berechnungen und abwegigen Taktiken und reiner Zweitverschwendung.

5 Minuten später war ich mir fast sicher, dass weiß tatsächlich leicht besser stand, doch wollte ich es einfach nicht wahrhaben.

Nach insgesamt 30-minütigem Zug-losen Schach willigte ich leicht angesäuert ins Remis ein und stürmte hinaus, um die Partie zu analysieren … (5 : 1)

Im Vorraum traf ich auf Bernd und Jannis Widersacher, der laut bekundete, dass er die Partie als verloren sah und sich wegen dieses und jenes Anfangsfehlers geißelte.

Doch Jannis sah in seiner Aufregung die Gabel nicht und willigte kurze Zeit später ebenfalls ins Remis ein (5 ½ : 1 ½). Bei einem 150 Punkte schwereren Gegner immer noch ein respektables Ergebnis – gut gemacht!

Wir umringten nun Matthias, der nicht nur materiell klar im Vorteil, sondern mitten im Königsangriff begriffen war. Sein Gegner konnte nur noch mit zwei unschönen Zügen das drohende Matt aufschieben, um dann doch die Fahne zu streichen – Ehre gerettet (5 ½ : 2 ½)!

Erstaunlicher Weise waren wir trotz des verlorenen Mannschaftskampfes schlussendlich doch akzeptabler Stimmung, da keiner von uns sein Spiel abgegeben hatte – man muss auch mal die positiven Dinge hervorheben.

Schau ich jetzt auf die Tabelle, hat sich insgesamt wenig getan – bleiben wir also auf die verbleibenden Runden gespannt und hoffen auf REGE TEILNAHME …

Liebe Grüße
Ingmar

 

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Bernd Helling