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Nachlese zum Harald-Lieb-Gedenkturnier ...

Was sagte mir kürzlich FM Jürgen Brustkern? Er findet es gut, dass ich auf der Website immer alle lobe.

Hm, war mir nicht so bewusst, denn häufig meckert jemand mit mir, weil ich auch negative Nachrichten melde. Also, ich bleibe dabei, posiive Nachrichten schreibe ich lieber, daber keineswegs will ich, dass Probleme unter den Tisch gekehrt werden.

Das letzte Harald-Lieb-Turnier entsprach nicht meinen Erwartungen, obwohl es auch zahlreiche positive Elemente gab. Also, was war gut, was war schlecht?

Die Spielbedingungen, wie immer, sehr gut (fast wie in Kreuzberg). Von der Qualität her eine gute Besetzung, aber die Teilnehmerzahl war leider richtig schlecht. Hinzu kamen noch viele Rückzüge oder  kampflose Ergebnisse. Einmal klingelte auch in einer wichtigen Partie das Handy - Folge: Partieverlust - und das auch noch für einen Zehlendorfer.

Trotz der geringen Teilnehmerzahl wurde das Preisgeld in voller Höhe ausgezahlt (positiv), aber die Preisverleihung war auch nicht gerade ein Highlight. So erhielt FM Klaus Zschäbitz den Seniorenpreis, obwohl Mario Ahlberg die etwas bessere Wertung hatte. Gut, Mario konnte bei der Preisverleihung aus einem wichtigen persönlichen Grund nicht dabei sein, aber er hatte das dem Turnierleiter mitgeteilt. Eine unglückliche Entscheidung, die Klaus gefreut hat und die wir hoffentlich mit dieser Entschuldigung gegenüber Mario auch aus der Welt geräumt haben.

Was auch nicht gerade positiv war: wegen des Ausweichtermins auf Freitag konnte IM Atila Figura in der letzten Runde aus beruflichen Gründen nicht antreten, so dass er seine relativ gute Chance auf den Turniersieg nicht nutzen konnte. Schade - ein Zehlendorfer Sieger wäre auch nicht schlecht gewesen. So gewann FM Dirk Paulsen, der ebenfalls ausgesprochen gut gespielt hat.

Woher kommt die niedrige Beteiligung? Fußballweltmeisterschaft (unterirdiger Grund, aber er triftt zu), die Werbung für das Turnier war eine Katastrophe. Ich war im Mai in der Toskana - ohne Netz, so dass die Turnierleitung die Werbung für das Turnier realisieren sollte. Es genügt in der heutigen Zeit aber nicht, ein paar (lieblose) Zettel zu verteilen, sondern die Internetpräsenz ist wichtig.

Eine richtige Katastrophe ist aber, dass es unser Turnierleiter - warum auch immer - verpasst hat, die Ergebnisse zeitgerecht über schachturniere.com oder chess-results.com online zu stellen. Stattdessen muss man sich nur das "Gemurkse" ansehen, was auf unserer Turnierseite unter "Ergebnisse, DWZ und Elo" online ist. In Zehlendorf sind wir offensichtlich noch nicht so weit.

Ich habe mich herausgehalten, weil die Jungs zwar groß im Meckern und Licht-Aus-Machen sind, aber dem Zeitgeist noch "ein wenig" hinterherhinken.

... und trotzdem - dass wir es besser können, zeigt das Interesse an unserem Verein: Spielerwechsel.

 

Helmut Flöel