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Knappe Niederlage, aber kein Beinbruch

Sonderbericht von IM Atila Figura zur 2. Mannschaft
 
Durch die unerwartete Zusage von FM Dr. Heinig sind wir optimistischer in den Kampf gegangen.
 
Allerdings gab es schon zu Beginn 2 negative Ereignisse: zum Einen kam es am Freitag vor der Runde bei einem unserer Spieler zu einem privaten Unfall, von dem ich erst nach der Runde erfuhr  (sonst hätte ich mich umgehend um einen Ersatzspieler gekümmert). Daher agierte unser Mann unter Schock. Zum anderen hat sich Peter Rahls nach der Parkplatzsuche (ca 8:48 Uhr) verlaufen, weshalb ich mich ein wenig auf die Suche nach ihm machte. Letztlich kam er mit 15minütiger Verspätung an.
 
In den Partien selbst entwickelte es sich relativ positiv. Gegen IM U. von Herman kam ich seltenerweise relativ gut aus der Eröffnung heraus. FM Jürgen Brustkerns Gegner Georg Kachibadze hätte beinahe verschlafen, kam aber noch rechtzeitig an und machte schnell spielend seinem friedlichen Ruf alle Ehre und remisierte rasch.
 
An Brett 3 kämpfte unsere Verstärkung gegen die Tegler Nachwuchshoffnung Jirawat Wierzbicki und hatte eine komplizierte Stellung mit beiderseitigen Chancen. Faris hingegen rannte in eine Eröffnungsvorbereitung von Dirk Maxion hinein, wodurch letzterer recht angenehmes Spiel erhielt.
 
Die Stellung von Peter gegen Josef Roth sah optisch nach einem bald startenden Angriff aus, wobei der Tegler Kontrahent positionell sehr gesund agierte. Markus suchte nach Chancen gegen einen vereinfachenden und selbstbewusst aktiven Bogdan Piskaykin.
 
... und unsere letzten beiden Bretter erhielten durch starkes (Thomas) und kreatives  (Son) Spiel gute Chancen auf Vorteil.
 
Insgesamt war der Anfang daher trotz Pech und Pannen geglückt.
 
 
Allerdings nahmen bestimmte Partien einen wenig erfreulichen Lauf:
 
Peter behandelt sein Angriff zu optimistisch und landet in einer strategischen Ruine. Markus erreicht ein Endspiel mit einem gegnerischen Freibauern und einem komplett passiven Turm ... und so langsam schien der Angriff von Dirk Maxion Form zu bekommen....
 
Allerdings besserten sich die Stellungen von Markus und Peter dergestalt, dass man sich keine Sorgen mehr machen musste. Da auch bei Faris nichts Konkretes in Sicht war und unsere beiden Bretter 7 und 8 aussichtsreiche Stellungen aufwiesen (solider Mehrbauer bei Thomas, Angriff bei Son), gab ich meine Partie gegen Ulf Remis. Zwar hatte ich eine vorteilhafte Stellung, jedoch ohne klaren Kopf mit anbahnender Zeitnot und gegnerischen Angriffschancen wollte ich kein Wagnis für die Mannschaft eingehen, da die übrigen Stellungen solider wirkten.
 
Letztlich kam es anders als man denkt. Zum Einen hatte Faris wohl kurz vor meiner Denkphase nebst Remisangebot aufgegeben. Zum anderen manövrierte sich Son nach mehreren Abtäuschen in Zeitnot, ohne Angriff, dafür mit einem eingestellten Minusbauern. Währenddessen soll Dr. Heinig ebenfalls zwischendurch eine Verluststellung für einen Zug lang gehabt haben, was sein junger Gegner jedoch nicht ausnutzte.
 
Es kam letztlich zu einem weiteren Remis bei Markus - starke Verteidigungsleistung - und Thomas konnte seinen Mehrbauern dank einer kleinen Falle im Endspiel zum Sieg verwerten.
 
Damit liefen beim Stand von 3:3 nur noch die Partien von Peter und Son. Beide jeweils mit einem Minusbauern. Allerdings hatte Peter angesichts seiner besseren Leichtfigur  (Springer gegen Läufer mit 1 gegen 2 am Königsflügel und 1 gegen 1 am Damenflügel mit jeweils vorhandenem Turm) keine Risiken. Vielmehr konnte er eher versuchen auf Gewinn zu spielen. Vermutlich auch aus psychologischen Gründen bot Peter Remis an, aber auch weil er keine Siegchancen sah.
 
Wenige Sekunden später, zog der Gegner von Son.... welcher sich Zeit nahm... und noch mehr Zeit und plötzlich war die Zeit um. Son vergaß von einem auf den anderen Moment, dass er in Zeitnot war. Damit wurde der Vater von Jirawat - eigentlich der nominell schwächste Mann bei der Aufstellung - zum Matchwinner. Josef Roth hingegen nahm danach sofort das Remisangebot zum 4,5:3,5 Sieg für Tegel an.
 
Die Situation hat sich für uns damit zwar nicht verbessert, allerdings ist noch alles offen, solange die direkten Duelle mit den Aufstiegskontrahenten noch bevorstehen.
 
Helmut Flöel