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Ist der Sohn von "Butter Lindner" wieder aufgetaucht ...

... das fragt sich so mancher, als er von den Neuzugängen beim SK Zehlendorf erfuhr.

Wer erinnert sich nicht an die tragikomische Geschichte als Dr. B. und seinem Kumpel P. der große Wurf gelang. Der Sohn von "Butter Lindner" winkte mit den Tausend-Mark-Scheinen und halb Berlin wollte die Chance nutzen und beim SK Zehlendorf spielen.

In Deutschlands Schachvereinen war die Häme groß, als sich herausstellte, dass Dr. Lindner ein Scharlatan war und sich inzwischen in die Psychiatrie zurückgezogen hatte. Nur Altmeister Kauschmann "soll" Geld gesehen und bekommen haben. Wenn er den "Tausender" klug in Bitcoins investiert hat, kann sich der BSC Rehberge von den Zinsen neue Bretter und Figuren kaufen.

Es war nichts mit "Butter Lindner" beim SK Zehlendorf und ich sage ausdrücklich, dass es keinen neuen "Butter Lindner"  bei uns gibt.

Aber wie kommt es, dass neben Europameister FM Leonid Sawlin und Berliner Meister IM Atila Figura jetzt außerdem FM Jürgen Brustkern und Joachim Morczynski (Deutscher Vizemeister u10 - 2017) zu uns wechseln? Richtig verstehen kann dies beim SK Zehlendorf niemand und wir sind selbst überrascht. Naturlich: Zehlendorf ist reich und wir locken die Spieler mit viel Geld. 

Schön wäre es, aber beim BA Steglitz-Zehlendorf Geld für die Nachwuchsarbeit "locker zu machen" , ist ungleich schwerer (vielliecht sogar unmöglich) als in sozialen Problembezirken. Wir können spekulieren, was der Grund ist, aber ganz sicher ist es nicht das Geld.

Was bieten wir:

Förderung von Breiten- und Leistungssport, dazu eine excellente Jugendarbeit - jeder Spieler und  Spielerin liegt uns am Herzen. Mit GM Jakob Meister, IM Alexander Lagunow, IM Atila Figura, FM Jürgen Brustkern, Markus Penner und Helmut Flöel haben wir ein Trainerteam das seinesgleichen sucht. Als Helmut Flöel vor ca. drei Jahren in der Leistungssportsitzung des BSV die Zielvorstellung formulierte, beim SK Zehlendorf Spitzensportler mit der Chance auf IM- und GM-Normen zu entwickeln, wurde er müde belächelt.

Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass wir Talente entwickeln und nicht verbrennen. So wurde z. B. Raphael über Einsätze in der 2. Mannschaft, am Jugendbrett des Bundesligateams und im letzen Jahr an Brett 3 der 2. Bundesliga Nord systematisch an ein Leistungsniveau herangeführt, so dass wir ihm die Chance geben, in der kommenden Saison unser Spitzenbrett zu besetzen. Wenn er dann 3 x verliert, werden wir ihm sagen: "Macht nichts, ab jetzt gewinnst du!" - und ich bin sicher, es wird klappen.

Klar gehen wir ein hohes Risiko, mit einem 18jährigen (Raphael) und einem 19jährigen (Leonid) an Brett 1 und 2, aber neben dem Ziel die Klasse zu halten, wollen wir auch die Chance auf einen Normenerwerb geben. Deshalb zieht sich unser langjähriger Spitzenspieler GM Jakob Meister an Brett 4 zurück, denn Raphael, Leonid und Daniel sollen eine IM- oder sogar GM-Norm-Chance haben.

Wenn sich Raphael, Leonid und Daniel wie gewünscht entwickeln, werden wir kein Problem damit haben, sie aufgrund ihrer Leistungen an die Schachfreunde Berlin - besser an Baden Baden - zu verlieren. Wir sind stolz auf unsere Spieler: auf Raphael und Leonid, die das halbe Team der Deutschen Nationalmannschaft bildeten, die 2017 den Titel "Europameister u18" gewonnen hat, auf den Sieger von Erfurt: IM Alexander Lagunow, auf den Berliner Meister 2018 IM Atila Figura, auf FM Peter Rahls, den unglaublichen Seniorenspieler, auf Boris Namestnikov, den Senkrechtstarter, auf Leander Wellsow, den verloren geglaubten Sohn, auf Dr. Hans Schubert, den ich fürchte, auf Bulli Reinfeld, der mit grenzenlosem Optimismus seine Partien verliert, auf Maximilian, 4 Jahre, der einfach die Rochade nicht verstehen will, auf viele mehr, wie Emil, Vanessa, Toni, Dimitrij, Lasse, Levin, Yannick, Tassilo, Nathaniel, Alexander - einfach alle!

 

Es ist unglaublich gut, beim SK Zehlendorf Mitglied zu sein.

PS: Kein Spieler wurde von mir abgeworben, sondern alle kamen auf den SK Zehlendorf zu. Nur Funktionäre spreche ich auf einen Wechsel an. Es wäre mir recht, Christian Kuhn als 1. Vorsitzender nach einem Zusammenschluss mit Lasker Steglitz, Manfred Rausch als Geldgeber für unser Bundesligateam, Fabian Wilde als Jugendwart, GM Rainer Polzin als Organisator und Mannschaftsführer und natürlich die alle überragende BGH als Vereinsvorsitzende (C. Kuhn muss dann verzichten!). Zu Carsten Schmidt würde ich auch nicht nein sagen, aber warum musste sein Umzug im hohen Norden enden? Wenn alle kommen, die wunderbare Folge: Ich trete sofort von allen Ämtern zurück. Noch ist Zeit, denn unsere Jahreshauptversammlung ist erst am 23. August 2018.

Helmut Flöel