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Ich wurde gekündigt ...

Gleich am Morgen nach der Niederlage unseres Feierabenteams gegen die Schachfreunde 6 wurde ich durch Spielleiter Christopher Sell meines Amtes als Mannschaftsführer enthoben.

Wie kam es dazu?

Christopher, der der "Vater des Gedankens" ist, dass wir diese Liga mitspielen, stellte ein starkes Team zusammen. Helmut, Thomas, Bernd und Annerose sollten am Mittwoch um 19 Uhr den Schachfreunden das "Fürchten" lehren. Kurzfristig wurde ich auf Anweisung von Christopher wegen meiner schlechten Form (seit 1979) durch Arne ersetzt, durfte aber als Non-playing-Captain die Mannschaftsführung übernehmen.

Als Annerose zunächst noch nicht da war, befürchtete ich schon, doch an Brett 1 Platz nehmen zu müssen. Dann das Aufatmen - Annerose war pünktlich zur Stelle und das Drama nahm seinen Lauf. Nach einer Stunde schien alles entschieden - alle vier Bretter hatten Stellungsvorteile. Annerose spielte ihre ganze Erfahrung aus, entwickelte vorteilhaft ihre Figuren und ich ahnte, dass der Gegner von Annerose nur wusste, wie die Bauern gezogen werden. Dann die Überraschung, eine Bauerngabel, die Figur war weg und plötzlich nutzte der Gegner auch seine Leichtfiguren. Die Täuschung war gelungen, 0 : 1. Annerose gab gut gelaunt auf - das ist Feierabendliga pur.

Dann der Ausgleich: der Gegner von Bernd Helling stöhnte auf und da merkte es auch Bernd - Springer und Turm - im Mittelspiel, mitten auf dem Brett, es war nicht nur Schach, sondern auch Matt. 1 : 1.

Was sollte schon passieren? Thomas hatte eine Figur mehr und Arne stand locker auf Gewinn. ... und jetzt versagte Mannschaftsführer Helmut (deshalb zurecht die Kündigung). Anstatt ein 2 : 2 anzubieten, verließ er sich auf seine beiden Matadore, sah beim Spaß-Blitzturnier zu, palaverte mit dem BSV-Präsidenten und Adis Artukovic und staunte ... Bei Thomas war die Figur weg, aber wenigstens baute er geschickt eine Festung auf, denn der Gegner versuchte seine Dame gegen T + L zum Gewinn zu veredeln. 0,5 : 0,5 und 1,5 : 1,5.

Kein Problem, denn an Brett 1 spielte unser Tennisprofi Arne und der Gegner war glatt überspielt. Helmut schwante schon böses, denn ganz so einfach war es nicht, den Vorteil von S + L gegen T umzusetzen. Hinzu kam, der Gegner war jung und unerschrocken, während Arne (keinesfalls alt) schon einen 10-Stunden-Arbeitstag in den Knochen (besser im Gehirn) hatte. Gefühlte 39 Züge besser gespielt, dann der Fehler, der Springer war weg und trotzdem gab es noch Chancen. Die Luft war raus, 0 : 1 und die 1,5 : 2,5-Niederlage war perfekt.

Kein Beinbruch, denn es war ein typisches Ergebnis der Feierabendliga - nur Helmut ist gekündigt.

Zur Feierabendliga C

PS: Kaum zu glauben, es hat trotzdem Spaß gemacht - vermutlich, weil ich nicht spielen musste.

 

Helmut Flöel