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Heute, 20 Uhr, Halligalli beim SKZ ...

Diese Nachricht schickte mir gerade unser Spielleiter Christopher Sell, der eigentlich an seiner Doktorarbeit sitzen sollte.

Auf jeden Fall wird es ein ruhiger Abend, denn ich werde nicht da sein.

Aber das Gute ist, dass sich Christopher engagiert und den Klub öffnet.

Eigentlich wollte ich diesen Artikel gar nicht schreiben, sondern den vorhergehenden Bericht "für ewig" oben stehen lassen. Wann wird man schon einmal so gelobt? Andererseits muss ich aus Christophers Bericht einiges richtig stellen.

Niemals war ich schnell über 200 m, aber vor vielen Jahren, als meine Kinder noch klein und Mitglied der Leichtathletikabteilung des SSV Lichtenrade waren, sah ich bei einer Berliner Meisterschaft dem Rennen der Männer über 200 m zu. Mit meiner Zeit (ca. 30 sec) wäre ich immerhin Vierter geworden. Allerdings muss ich hinzusagen, dass das Rennen um den Meistertitel nur von drei Männern bestritten wurde.

Im Jugendbereich ist die Leichtathletik eine tolle Sache, später aber wegen der geringen Teilnehmerzahlen aus meiner sicht eher problematisch. Andererseits - Vierter wäre nicht schlecht gewesen. Das habe ich beim Schach nie geschafft.

Eine andere Sache hat Christopher aber völlig unterschlagen. Er ist Schwimmer (aus Leidenschaft), aber noch niemals ist er gegen einen Olympiateilnehmer geschwommen. Ich aber schon!!!

Als ich mit der Jugendhessenauswahl in Frankreich war, besuchten wir mit einer Delegation ein Schwimmfest in der Nähe von Bordeaux. Die halbe Nationalmannschaft (Schwimmer!) war am Start und als die Veranstalter von unserem Besuch hörten, wurden wir eingeladen, am Wettkampf teilzunehmen.

Es war unglaublich, ein volles Stadion mit mehreren hundert Zuschauern, die mir frenetisch zuklatschten, als ich beim 50 m Brust die letzte Bahn alleine schwamm, weil die anderen sieben bereits am Ziel waren. Schon beim Hineinspringen hatte ich das Gefühl, dass meine "Konkurrenten" bereits kurz vor der Wende waren. Einer der Sieben war Alain Moscini, der immerhin kurz zuvor bei den Olympischen Spielen im 400 m Freistil die Bronzemedaille gewonnen hatte und später auch zweimaliger Weltrekordler wurde.

Das war aber nicht das Ende meiner Schwimmkarriere, denn die Veranstalter bestanden darauf, dass ich auch beim 50 Rückenschwimmen mitmachte. Der Beifall setzte dieses Mal schon vor dem Start ein und wurde unglaublich, als ich wieder mehr als die letzte Bahn alleine im Wasser war. Hinterher war mir vor Anstrengung so schlecht, dass ich auch von meiner Freundin Giselle, die ich während unserer zweiwöchigen Schachreise kennengelernt hatte, kaum noch zu trösten war.

Ein weiterer Schwimmer von uns hielt sich im 50 m Kraul übrigens sehr gut. Aber hier lachte niemand, weil er höchstens einen Meter hinter dem 7. Schwimmer ankam. Das war der leider inzwischen verstorbene ehemalige Jugendeuropameister Karl-Heinz Maeder, der als das größte Talent seiner Zeit galt und leider mit ca. 20 Jahren seine Karriere im Nahschach aus gesundheitlichen Gründen beenden musste. Er war in einem Schwimmklub und ein guter Krauler, der allerdings nicht so "größenwahnsinnig" wie ich war und die Hoffnung auf einen Sieg gegen diese RIESEN hatte.

An alle ein großes DANKESCHÖN, die mir zum Geburtstag gratuliert haben.

 

 

 

Helmut Flöel