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Ein starkes Team ...

Zwei Oldies und sechs Kinder bzw. Jugendliche - eine gesunde Mischung und es hat gegen einen starken Gegner geklappt. Nach unserem Aufstieg in die 2. Klasse gingen wir keineswegs als Favorit in das Rennen gegen den Gehörlosen-SV.

Wir waren gewarnt: Der Gegner sollte zwar nichts hören, aber trotzdem laut sein. Keine Frage, das stimmte keineswegs. Das gesamte Match fand im Gehörlosen-Zentrum in der Friedrichstraße in einer äußerst angenehmen Athmosphäre statt. Klar, die Gegner waren im Schnitt viel älter als wir, aber es war eine Freude gegen diese sympathische und freundliche Mannschaft zu spielen.

Nun zum Wettkampf:

Von Anfang an sah es gut für uns aus. Joachim Morczynski hatte eine gute Angriffsstellung (und das ist seine Spezialität) und auch Zakharia Jouani hatte ein klares positionelles Übergewicht. Nur Ryszard Morczynski stand bedenklich. Als Zakharia und Joachim ihren Vorteil zum Sieg umgemünzt hatten, drohte bei Ryszard das klare Aus. Einen Turm weniger und schlechte Stellung, aber Ryszard kämpfte unverdrossen weiter und bei meinem nächsten Blick auf die Stellung traute ich meinen Augen nicht. Ryszard hatte inzwischen die Dame gegen zwei Türme und dieses Mal war die Königsstellung seines Gegners schlecht. 3 : 0.

Maxime Bédé gab in etwas besserer Stellung Remis, so dass wir aus den restlichen Partien nur noch einen Punkt zum Sieg brauchten. Das sollte nicht schwer sein, denn Leander stand (nach einem groben Klopps in der Eröffnung) sehr gut, wie auch Vladimir Nowak und ich. Bei Boris Namestnikov war einen ausgesprochen zähe Stellung entstanden, wo ich auch wenig Entwicklungschancen für beide Seiten sah.

Boris machte dann auch als letzter Spieler Remis. Die Analyse muss zeigen, ob in dem Läufer : Springer-Endspiel mehr möglich war. Meine Angriffsstellung hatte ich inzwischen ruiniert und als mir der im Gegenangriff befindliche Y. Sobolev Remis (zwei gekreuzte Zeigefinger) anbot, war ich heilfroh, das gleiche Zeichen zeigen zu können. 

Vladimir hatte ein gute Partie gespielt, musste aber im Endspiel lernen, dass zwei Mehrbauern bei ungleichen Läufern keine Gewinngarantie sind. Etwas schade um den halben Punkt, aber für Vladimir war es eine ausgesprochen lehrreiche Partie, zumal er seine Entscheidungen auch noch in Zeitnot treffen musste. Leander hatte sich von seinem Schock (der Zug b6 im 6. Zug hätte eine Figur gekostet, wenn der Gegner dies erkannt hätte) erholt und gewann ein feines Endspiel sehr sicher.

Insgesamt 6 :2 gegen einen Gegner, der insgesamt mit 571 DWZ-Punkten besser als unser Team eingestuft war. Leander (+ 83), Joachim (+ 57), Zakharia (+ 51), Vladimir (+ 41), Ryszard (+ 32) und Maxime (+ 6) haben deutliche DWZ-Zugewinne erzielt, während Boris (- 4) und Helmut (- 1) ihre Verluste gut vertragen können.

Ein guter Auftakt und am 14. Oktober geht es zu Hause weiter gegen SV Berlin-Friedrichstadt 1.

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Helmut Flöel