Sie sind hier

Die Ereignisse überschlagen sich ...

Kaum schrieb ich noch, dass FM Raphael Lagunow bestimmt bald seine noch fehlende IM-Norm holen wird, da hat er diese "Pflicht" schon längst erledigt.

Beim 31. Staufer-Open vom 2. - 6. Januar 2019 holte sich Raphael seine 3. IM-Norm. Jetzt muss er nur noch geduldig auf den FIDE-Kongress warten, denn dort wird der IM-Titel offiziel verliehen. Heute ist es zwar keine Seltenheit, dass jemand mit 18 Jahren einen IM-Titel erringt, aber es ist trotzdem eine großartige Leistung.

Klar steht bei Raphael das gerade begonnene BWL-Studium an erster Stelle, aber die Jagd auf die 1. GM-Norm hat schon begonnen (2. Bundesliga, Brett 1). Während mich zu Beginn der Saison noch einige Vereinsmitglieder gerügt hatten, dass ich Raphael an Brett 1 unserer Bundesligamannschaft gesetzt habe, sind diese Stimmen inzwischen verstummt. Ich denke, dass wir Raphael vorbildlich aufgebaut haben. Zunächst konnte er sich als 14jähriger in der 2. Mannschaft bewähren und kam dann schnell ans Jugendbrett der 2. Bundesliga. Zug um Zug arbeitete er sich nach vorne und besetzt jetzt m. E. zurecht die Spitzenposition in der 1. Mannschaft.

Auch sein "Kumpel" FM Leonid Sawlin (2016 Euromeister u16) wird seine Leistung an Brett 2 zeigen und wir hoffen auch dort auf eine IM-Norm. Wir glauben natürlich, dass Raphael und Leonid sich stark weiter entwickeln. Das kann bedeuten, dass sie mit einem Auge bereits auf die 1. Bundesliga "schielen". Von meinem Gefühl her: Diese und nächste Saison noch beim SK Zehlendorf - dann der Sprung direkt zu einer Spitzenmannschaft wie Baden Baden, Hockenheim oder Deiziaus. Ok, Schachfreunde Berlin sind natürlich auch ein Ziel, aber ich denke, die beiden sind es wert, den Sprung darüber hinaus zu wagen.

... oder gelingt es den Schachfreunden, tatsächlich ein Berliner Spitzenteam zu prägen. Gerne geben wir die beiden Spitzenspieler dann ab, denn die Entwicklung dieser genialen jungen Talente steht im Vordergrund und nicht das Vereinsinteresse - oder anders ausgedrückt, das ist Vereinsinteresse.

Andere Vereine "bejubeln" sich, dass sie "große Lokalmatadoren" entwickeln, was nicht schlecht ist, aber kaum über das Niveau unserer 2. Mannschaft hinausgeht. Unser Ziel ist es, jeden Spieler entsprechend seiner Möglichkeiten zu fördern.

Als ich 1969 nach dem Gewinn der hessischen Jugendmeisterschaften u20 meinen Verein Kelsterbach verließ, waren alle sauer - bis heute. Allerdings keine Frage, der Wechsel zu einem Frankfurter Spitzenverein kam mindestens zwei Jahre zu spät. Mir ist es ein Rätsel, warum manche Vereine ihre Talente aus Eigennutz verkümmern lassen, anstatt stolz auf ihre Entwicklung hin zu einem Titelträger zu sein.

Machen wir uns nichts vor, was wäre aus Raphael geworden, wenn ich nicht vor ca. fünf Jahren per Facebook auf seine Adresse gestoßen wäre.

RAPHAEL, der SK ZEHLENDORF gratuliert dir zum IM-Titel - wir glauben an mehr!

Zeig es dem Papa - der freut sich auch!

Zum Staufer-Open 2019

 

Helmut Flöel