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Desaster in Kiel

Gut, wir waren ersatzgeschwächt, aber ein 1,5 : 6,5 war gegen die Supermannschaft von Turm Kiel nicht auf unserer Rechnung. Eigentlich ging alles ganz gut los, denn trotz einiger Probleme saßen acht Spieler um 06:30 Uhr im Zug nach Bordesholm bei Kiel. Dabei trafen wir die Mannschaft von König Tegel, die zu ihrem Spiel gegen St. Pauli nach Hamburg fuhr.

Mehr als eine knappe Niederlage wollten uns die Tegeler gegen Kiel nicht zugestehen, während ich noch voller Hoffnung an den Sieg glaubte. In Hamburg war dann plötzlich unser GM Jakob Meister weg. Er war noch schnell "eine rauchen" und fand nicht mehr das richtige Gleis. Zum Glück konnte Jakob den nächsten Regionalexpress nehmen und kam noch rechtzeitig zum Spiel.

Als wir die Kieler Aufstellung sahen, schwante uns nichts gutes: 7 GM und 1 IM traten gegen uns an. Der Mannschaftschef Dr. Ralph Junge wollte nichts riskieren, nachdem wir im letzten Jahr trotz des Einsatzes von 4 GM klar gewonnen hatten. 20.005 ieler Elopunkten standen unsere 18623 gegenüber. Verteilt über die acht Bretter ergab dieses ein minus von knapp 200 Elopunkten pro Brett.

Immerhin gelang GM Jakob Meister ein gutes Remis gegen den spanischen Meister von 2016, GM I. Salgado Lopez (2.467 Elo). Auch FM Raphael Lagunow (mit guten Siegchancen) und IM Kamil Stachowiak schafften gegen deutlich wertungsstärkere Gegner ein Remis, aber das war es auch schon. Vielleicht war bei IM Alexander Lagunow, IM Piotr Brodowski (in Zeitnot "verpatzt") und FM Daniel Malek mehr drin, während Truong-Son Nguyen Luu und Mirza Hasic ziemlich schnell auf verlorenem Posten standen.

Die "unrealistischen Aufstiegshoffnungen" sind dahin, weil es uns nicht gelang, unsere stärksten Spieler an die Bretter zu bringen und Kiel außergewöhnlich stark antrat. Trotzdem ist dies mt 10 : 2-Punkten eine komfortable Saison, weil wir bei noch drei ausstehenden Spielen mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben.

Wenn man bedenkt, dass der SC Kreuzberg in der letzten Runde nur mit 3,5 : 4,5 gegen eine fast gleichstarke Aufstellung von Kiel verlor, aber mit 0 : 12-Punkten am Tabellenende liegt, kann man sich vorstellen, wie stark die Liga in diesem Jahr ist. Umso mehr freuen wir uns, dass wir - trotz der Niederlage gegen Kiel - die Überraschungsmannschaft der Saison sind (zusammen mit St. Pauli)

Mit Dr. Freerk Bulthaupt, Thomas Braunsdorf und IM Pana Cladouras hatten sich auch drei Schlachtenbummler auf den weiten Weg nach Bordersholm gemacht. Natürlich waren sie ebenfalls vom Ergebnis enttäuscht, aber dies wurde durch spannende Partien und sehr nette Gastgeber entschädigt.

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Helmut Flöel