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Bericht zur 1. Offenen Berliner Meisterschaft im Lösen von Schachproblemen

 

Im Mai hielt der Schachfreund Michael Beuster bei uns im Schachclub einen Vortrag über den Einstieg in die Welt des Problemschachs. Aus einer spontanen Idee entstand dann der Plan ein so genanntes „Löseturnier“ zu veranstalten. Wir waren zwar skeptisch, ob sich eine solche Turnieridee durchsetzen wird können, aber der 01.11.2019 wurde als Termin ins Auge gefasst. Bei ähnlichen Turnieren ist die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Nachschach überschaubar, so dass wir uns im Vorfeld über jede Anmeldung freuten.

Und siehe da, gestern fanden sich acht Spieler unter der Leitung von Michael Beuster zur Lösemeisterschaft zusammen. Eigentlich wollte der SK Zehlendorf als Gastgeber mit Atila Figura den Turnierfavoriten ins Rennen schicken, aber Atila musste aufgrund des zeitgleich stattfindenden B-Trainerlehrgangs absagen. Doch wir konnten Ersatz aufbieten. Spontan entschloss sich unser Spieler aus der 1. Mannschaft Daniel Malek, dieses Experiment zu wagen. Und dann erschien auch noch der aufgrund eines Feiertages in NRW bereits in Berlin weilende Markus Penner. Markus hat erst kürzlich an der Weltmeisterschaft im Lösen von Logikrätseln teilgenommen, so dass sich die Frage stellte, ob er auch beim Problemschach seine internationale Klasse wird zeigen können. Sehr erfreulich war auch der Umstand, dass mit Winus Müller und Britta Leib zwei Teilnehmer den weiten Weg aus Norddeutschland auf sich nahmen.  Des Weiteren nahmen die Berliner Nachwuchshoffnungen Jonas Eilenberg und Boris Namestnikov teil. Bernhard große Austing und der Berichterstatter Christopher Sell komplettierten das Teilnehmerfeld. Der Wettkampfmodus ist schnell erläutert:

In der ersten Runde gab es drei Aufgaben (Matt in 2, Matt in 3, Matt in 4), für deren Bearbeitung man 60 Minuten Zeit hatte. Es galt den Schlüsselzug und die entsprechenden Varianten aufzuschreiben. Das Aufgabenblatt wurde dann bei Michael Beuster abgegeben, der die Lösungen kontrollierte und Punkte vergab. Nach der 1. Runde zeichnete sich ab, dass Markus Penner, Jonas Eilenberg und Winus Müller um den Turniersieg kämpfen. Nach einer kurzen Pause ging es dann in die 2. Runde. Dort galt es ein Hilfsmatt, ein Selbstmatt und eine Studie zu lösen. Bei einem Hilfsmatt hilft Schwarz dem Weißen beim Mattsetzen. Beim Selbstmatt zwingt Weiß den Schwarzen ihn mattzusetzen. Es geht in beiden Disziplinen eher darum „unsinnige“ Züge zu finden, die ein Matt ermöglichen. Mit dieser Vorgabe hatte vor allem unser Spitzenspieler im Nahschach Daniel Malek Probleme. Schlechte Züge zu finden, will ihm einfach nicht in den Sinn kommen. So merkte er dann gegenüber Helmut an, dass er vielleicht solche Züge beim nächsten Mannschaftskampf in der 2. Bundesliga machen werde … Daniels nächste Partie dürfte also unter besonderer Beobachtung stehen.

Am Ende konnte Markus seine knappe Führung nach der ersten Runde verteidigen, da Winus Müller und Jonas Eilenberg bei der Studie den entscheidenden Zug nicht sahen und daher nicht an Markus vorbeiziehen konnten. So ergab sich folgender Entstand:

 1.    Markus Penner 25,5 von 28 Punkten

 2.    Winus Müller 25

 3.    Jonas Eilenberg 24

 4.       Britta Leib 18,5

 5.       Christoper Sell 12,5

 6.       Daniel Malek 4

 7.       Bernhard große Austing 3

 8.       Boris Namestnikov 0 (nur 1. Durchgang)

Die Siegerehrung wurde von unserem ersten Vorsitzenden Helmut Flöel durchgeführt und mit Anekdoten angereichert. Jeder Teilnehmer erhielt einen kleinen Preis. Der Sieger des Turniers – Markus Penner – darf sich zusätzlich Berliner Meister nennen. Die Atmosphäre bei diesem Turnier war sehr angenehm und ein großer Dank gilt Michael Beuster für die Turnierleitung. Im nächsten Jahr wird es dann garantiert die zweite Auflage dieses Turniers geben.

Wer neugierig geworden sein sollte, findet hier die Turnieraufgaben samt Lösungen:

Bis dann!

 

 

Christopher Sell