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7 : 1 und das gegen einen Traditionsklub ...

Was ist da los bei Lasker Steglitz-Wilmersdorf. Nicht nur, dass der Klub, der viele Jahre die 1. Bundesliga mitbestimmt hat, inzwischen mit seiner 1. Mannschaft in der Stadtklasse A angelangt ist, gibt Rätsel auf, sondern es setzte am Wochenende zum 2. Mal eine 1 : 7-Niederlage, und das gegen unsere 2. Mannschaft - nur zwei Remis und sechs Niederlagen.

Liegt es an FA Christian Kuhn, der den Klub seit einigen Jahren als 1. Vorsitzender leitet, oder am neuen Cheftrainer und Spitzenspieler FM Jürgen Brustkern? Beides kann ich nicht glauben und eigentlich geht es mich auch nichts an. ... und trotzdem, wer den Klub mit Namen wie Colditz, Paulsen, Lagunow, Simon, Bilek, Shilov, Kalinitschew, sogar die Zehlendorfer Lieb und Dr. Lehmann, verbindet, dem wird ganz traurig ums Herz.

Vor rund 10 Jahren diskutierte ich mit dem damaligen 1. Vorsitzenden einen Zusammenschluss von Lasker und Zehlendorf. Die Idee hatte ich vom großen Heroen des Hamburger Schachs, Christian Zickelbein, der meinte, dass die starke Zersplitterung der Berliner Vereine (zur Zeit 54) das Leistungsschach verhindere.

Mir ging es aber gar nicht um die Mannschaften, sondern ich wollte eine Belebung des Schachabends erreichen. Nur wenige Berliner Vereinen können von den Vereinsabendenden früherer Zeiten träumen, wo häufig von 20:00 - 11:00 Uhr morgens gespielt wurde. Wir strengen uns an, aber es ist ein Kampf um jedes erwachsene Mitglied, das nicht nur an den Mannschaftskämpfen oder Blitzturnieren teilnehmen will.

Klar macht eine gute Jugendarbeit Hoffnung, aber wie viele Jahre dauert dies und wie hoch ist der enorme Aufwand. Trotzdem - wir machen es - wenn auch mit vielen Problemen.

Vielleicht macht es Lasker ein wenig Mut, wenn ich von der Prognose von FM Olaf Teschke (Greifswald) berichte, der dem SK Zehlendorf den Untergang in seiner Postille "Rank Zero" prophezeit hatte, als die 1. Mannschaft mit nur sechs Spielern gegen Neukloster mit 0 : 8 verlor. Nun gut, den SK Zehlendorf gibt es immer noch (z. Zt. 2. in der Bundesliga Nord und rund 90 Mitgliedern), während Neukloster schon lange von der Bildfläche verschwunden ist.

Es ist nur natürlich, dass es ein Auf und Ab bei Vereinen gibt und als ich in den 70er Jahren noch aktiv Schach gespielt habe, waren Schachfreunde Berlin (damals Neukölln), König Tegel und Weisse Dame noch völlig unbedeutende Vereine, wo ich keinen Spieler mit dem Namen kannte.

... deshalb wünsche ich Lasker einen "return", der sie wieder zu der Bedeutung früherer Jahre führt - uns natürlich auch.

Helmut Flöel