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5,5 : 2,5 ...

Endlich hat unsere Bundesligamannschaft ihr Leistungspotential gezeigt. Gegen den Tabellenzweiten Schachfreunde Berlin II kamen wir zum deutlichen Erfolg. Ich hatte ihn mir zwar sehnlichst erhofft, aber zu rechnen war nach den bisherigen Leistungen damit keinesfalls.

So richtig gut ging es nicht los: Denn die Schachfreunde hatten nahezu ihr stärkstes Team (Ausnahme: Lundin) aufgeboten. Bereits nach wenigen Zügen trennten sich die beiden Großmeister J. Meister und R. Polzien friedlich mit einem "Großmeisterremis". Auch am 2. Brett kam es zwischen den beiden polnischen IM's M. Luch und Z, Strzemiecki zum schnellen Friedensschluss.

Die Zuschauer waren ein wenig echauffiert, wurden aber an den restlichen Brettern voll entschädigt. Hier brannte die Luft. Eine glänzende Leistung gelang FM Dr. W. Heinig, dem es gelang, den sehr starken spanischen IM Emilio Moreno zu blocken und Remis zu spielen. Emilio ist ein sehr symphatischer junger Architekt, der in Deutschland seine berufliche Chance sucht, und maßgeblich zum guten Tabellenstand seiner Mannschaft beiträgt. Einen (leider) ziemlich großen Fehler hat er doch: Er spielt nicht für den SK Zehlendorf - schade.

Faris Kalabic stand bereits nach wenigen Zügen an Brett 8 gegen FM S. Brettschneider sehr kritisch, aber Faris ist dies gewohnt und in einer völlig unübersichtlichen Stellung kam er zum Sieg - glänzende Vorstellung mit ein wenig Glück für unsere Seite.

W. Klimm fand gegen den mehrfachen Berliner Jugendmeister A. Moritz den richtigen Zug und konnte in einer schwierigen Stellung das Remis halten. S. Slepushkin tat sich an Brett 7 gegen Dr. Wintzer sehr schwer und geriet in eine Verluststellung. Piotr Brodowski stand gegen J. Wendt wohl zwischenzeitlich auf Verlust, aber nach einem schweren Fehler seines Gegners holte Piotr seinen 4. Sieg in dieser Saison. Uns fiel ein Stein vom Herzen, denn jetzt sah es nach einem Sieg für uns aus, zumal IM P. Cladouras etwas besser stand gegen M. Thinius und sich die Stellung von Shenis konsolidiert hatten.

Es stand 4 : 2 für uns und eine Reihe von Zehlendorfer Zuschauern versuchte mich zu überreden, als Mannschaftsführer den Sieg sicher zu stellen, indem Pana oder Shenis Remis geben sollten. Inzwischen standen aber unsere beiden Spieler klar auf Gewinn, so dass ich keinen Anlass dazu sah.

Shenis musste nach einem Fehler zwar noch in das Remis einwilligen, aber Pana gewann eine Glanzpartie. 5,5 : 2,5 gegen den Favoriten - ein Zehlendorfer Sahnehäubchen in der reichen Schachgeschichte des SKZ.

Noch steht unsere Mannschaft auf einem Abstiegsplatz, aber, wer sich die Tabelle genau ansieht, stellt fest, dass zwischen dem 8. und 3. Platz nur eine Differenz von einem Mannschaftspunkt liegt. Da wir noch zwei relativ schwache Gegner haben, besteht die Aussicht, dass wir uns noch nach vorne spielen werden. 

Ein guter Tag für den SKZ!

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Helmut Flöel