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3. Mannschaft - nach der 1. Runde bereits abgeschrieben ...

... und jetzt überraschend Tabellenführer. Das Ligaorakel hatte keine Chance mehr gesehen, aber plötzlich gelang Lichtenrade 1 (mit sehr starker Besetzung) ein 6 : 2-Erfolg gegen Oberschöneweide 3 und schon sieht alles ganz anders aus.

Ein ursprünglicher Mitfavorit für den Aufstieg war am Sonntag Gast bei uns: Tempelhof Mariendorf. Wieder hat Christopher auf Spieler der 4. Mannschaft zurückgreifen müssen. Das war ein Spagat, denn Mannschaftsführer Helmut wollte seine Mannschaft nicht zu sehr schwächen, um den Aufstieg nicht zu gefährden. Trotzdem gab er Dr. Schubert, Leander und sich selbst an die 3. Mannschaft ab.

Natürlich wollte ich wegen der hohen Dauerbelastung im Verein nicht spielen, aber Christopher knetete mich tagelang weich. Der Lohn war, dass alle vier Mannschaften in voller Besetzung antreten konnten. Als die Mariendorfer im Spiellokal ankamen, schwante mir nichts gutes. Zum ersten Mal sind die Gegner in Bestbesetzung angetreten, während bei uns der Topspieler Darko Balov, Robert Markwitz, Arne Vinck und Miguel Olaizola fehlten.

Der DWZ-Vergleich zeigte folgendes Bild: SK Zehlendorf 3 (13.424 DWZ) - Mariendorf 1 (14.547 DWZ).

Im Durchschnitt besaßen die Mariendorfer einen Vorteil von 140 DWZ pro Brett - eigentlich eine klare Sache, war es aber nicht.

In der unteren Hälfte kamen Dr. Schubert, Holger Hömke und Helmut Flöel relativ schnell in gute Stellungen. Dr. Rüdiger Merz hat sich offensichtlich von seiner schweren Krankheit wieder erholt und setzte den spielstarken Olaf Ritz am Damenflügel mächtig unter Druck. Alle anderen Bretter waren zunächst unklar. Als dann Temi Vachkov gegen Roman Matzkowiak gewann und der neben mir sitzende Holger Hömke mir ebenfalls freudestrahlend den Sieg meldete, sah es sehr gut für uns aus.

Da Leander Wellsow in letzter Zeit sich erheblich verbessert hat, ging ich dort von einem Sieg aus und war enttäuscht, dass er knapp verlor. Nicht schlecht staunte ich, dass Mariendorf einen 2.000er an Brett 8 aus dem Hut gezaubert hatte und Leander von Anfang an vermutlich chancenlos war. Macht nichts, Leander, du bist auf dem richtigen Weg. In der letzten Runde hatte es schon Jannis Hering an Brett 8 auf ähnliche Weise erwischt.

Dr. Schubert kam zum Angriff und wie immer (!) ist unser Senior zuverlässig und gab seinem Gegner keine Chance. Meine Partie hat mir gefallen, denn der Gegner spielte äußerst passiv und ließ mir alle Zeit der Welt, meine Figuren auf den richtigen Feldern zu platzieren. Um dem Epaulettenmatt aus dem Wege zu gehen, gab der Gegner im 41. Zug lieber auf.

Inzwischen stand es 4 : 1, aber vorne waren noch einige Bretter kritisch. Als Michael Große gegen den sehr starken Ralf Gebert-Vangeel verloren hatte und auch Philipp Franck gegen Günther Idaczek aufgeben musste, sicherte Dr. Rüdiger Merz das 5 : 3. Hervorheben möchte ich die Leistungen von Dr. Merz, Temi Vachkov und Holger Hömke, die gegen klar wertungsstärkere Gegner die Oberhand behielten und den überraschenden Sieg ermöglichten.

Das Liga-Orakel räumt unserer Mannschaft nur eine Aufstiegswahrscheinlichkeit von 16 % ein und das ist auch realistisch, denn in den letzten drei Runden müssen wir noch gegen die stärksten Mannschaften (Lichtenrade, Oberschöneweide, Zitadelle Spandau) spielen.

Alles wird davon abhängen, ob Mannschaftsführer Christopher Sell seine Spieler "zusammen bekommt", denn beim nächsten Mal wird nicht wieder die 4. die Kastanien aus dem Feuer holen. Trotzdem ist es spektakulär, dass ausgerechnet unsere 3. Mannschaft als einzige Mannschaft auf Tabellenplatz 1 steht.

Vergessen wir nicht, dass alle vier Mannschaften der BMM im letzten Jahr aufgestiegen sind.

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Helmut Flöel