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1. April ...

... wenige werden es bemerkt haben, denn WM Magnus Carlsen und GM Lew Aronian liegen außerhalb unserer Möglichkeiten - und nicht einmal die vier GM von Schachfreunde Berlin kommen zu uns, wie auch nicht GM Robert Rabiega oder GM René Stern.

Was aber kein Aprilscherz war: Boris hat tatsächlich gegen Benno gewonnen - alle Achtung!

Wer ist eigentlich dieser Benno Wiese? Nun, ein Zehlendorfer der 1. Generation. Als ich 1974 zum SK Zehlendorf kam, spielte Benno irgendwo in der 3. oder 4. Mannschaft. Er war ein beliebtes Opfer beim Blitz- oder Schnellschach, ansonsten beschäftigten sich die Spitzenspieler weniger mit den untergeordneten Mannschaften.

Dann kam die Wende für Benno: Lasker Steglitz bot ihm einen Platz in der der Landesligamannschaft und von da an ging es steil bergauf - von 1.800 DWZ bis auf 2.200. Eine Leistung, die ich nur noch aus der Ferne bewunderte. Mit seinem originellen Kampfspiel wurde Benno für viele Berliner Spieler zum Alptraum, aber dieses Mal hat es ihn böse erwischt. Durch eine kleine Kombi gewann Benno die Qualität, unterschätzte aber den Gegenangriff und musste staunend feststellen, dass er gerade gegen einen 1400er verloren hatte.

Der Gegenschlag von Boris war mächtig, aber Benno war so geschockt, dass er die Rettungsmöglichkeit übersah, die Boris zum Dauerschach gezwungen hätte. Während der Trainerausbildung habe ich bei IM Atila Figura gelernt, bei Kombinationen erst einmal auf ein Schach mit der Dame zu achten. Wäre Benno dabei gewesen, hätte er statt der 0 immerhin ein Remis erzielt.

 

 

Helmut Flöel